BALI - die Insel der Götter und Dämonen

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Wolfgang Moning
Sachsenweg 47
32609 Hüllhorst
Tel. 05744-508121
www.balifan.de

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Bali, Gunung Batur

BALI - Land und Leute

Ein geheimnisvoller Mythos scheint das Eiland zu umwehen

Die 17.000 Inseln Indonesiens ziehen sich zwischen dem asiatischen Festland und Australien wie eine Perlenkette über mehr als 5.000 km von Sumatra bis Irian Jaya am Äquator entlang.

Bali von Nordosten gesehenMittendrin liegt Bali, eine fast 140 km lange und 80 km breite Insel, auf der fast 3,4 Millionen Menschen leben. Von West nach Ost wird Bali von einer Bergkette vulkanischen Ursprungs durchzogen, die als Wetterscheide wirkt und der Insel eine vegetationsärmere Nord- und eine überaus fruchtbare Südhälfte beschert. Terrassenförmig angelegte Reisfelder, von Bewässerungsgräben durchzogen, Kraterseen und Palmenwälder bestimmen das Landschaftsbild.

Bali hat ein ausgesprochen verträgliches Klima. Es ist das ganze Jahr über tropisch warm - mit Durchschnittstemperaturen von 25 bis 30 Grad und (bes. von Nov. bis März) ziemlich hoher Luftfeuchtigkeit. In Küstennähe bringt fast immer eine leichte Brise von der See angenehme Kühlung. Auch in der regenreichsten Zeit zwischen Dezember und Februar regnet es nicht ständig, sondern oft nur in kurzen - dafür aber kräftigen -  Monsunschauern.

Da Bali nur wenig südlich des Äquators liegt, scheint die Sonne ziemlich genau 12 Stunden täglich, von etwa 6:30 bis 18:30 Uhr. Morgen- und Abenddämmerung sind kurz, ebenso die Sonnenauf- und -untergänge.

Zurzeit ist es auf Bali 
(anklicken!).

Eine lebendige Kultur, einzigartige Künste und Zeremonien, freundliche Menschen und eine wunderschöne Landschaft machen Bali zu einer Insel, die in unserer sich schnell verändernden Welt fast unwirklich scheint.
Durch einen vollständig anderen Lebensstil - im Vergleich zum restlichen Indonesien - haben die Balinesen es geschafft, trotz der zunehmenden ausländischen Einflüsse ihre Kultur zu bewahren.
Unter dem Titel "Szenen aus dem Paradies" hat Markus Niesen auf Henkys Homepage sehr treffend zahlreiche Begebenheiten aus dem heutigen Alltagsleben Balis beschrieben: http://www.henky-online.de/szene/szene.htm 
 

Von der Faszination Balis können Sie ein wenig erahnen, wenn Sie zwei kurze Dia-Shows bei YouTube anzuklicken: Bali 2005 und Bali Forever.

 

 

Geschichte Balis

Archäologische Spuren belegen, dass auf Bali bereits ca. 2.000 v. Chr. eine primitive und megalithische Zivilisation existierte; aber insgesamt liegt die Vorgeschichte Balis relativ im Dunkeln.

10. Jh. Der balinesische König Udayana heiratete die javanische Prinzessin Mahendradatta. Es begann die Hinduisierung Balis, obwohl schon vorher einzelne Bahmanen die Religion von Java nach Bali brachten. In den folgenden Jahrhunderten wurde die kulturelle und wirtschaftliche Abhängigkeit Balis von Java immer größer, und

1443 wurde Bali eine Provinz des hinduistischen Majapahit Großreiches.

16. Jh. Durch die Ausbreitung des Islams auf Java zerfiel das Majapahit-Reich, und der hinduistische Adel flüchtete nach Bali, wo sich der Sohn des letzten Majapahit-Herrschers zum König von Bali ausrief.

17. Jh. Das balinesische Reich zerfiel in Fürstentümer. Um 1900 existierten acht selbständige Fürstentümer.

1846 begann die Eroberung Balis durch die Niederländer. Zunächst wurde jedoch nur der Norden mit dem einzigen großen Hafen der Insel in Singaraja unterworfen.

1906-1908 wurde die ganze Insel niederländische Kolonie. Bei Kämpfen in Badung und Klungkung wählten Tausende von Balinesen den Freitod (Puputan).

1941-1945 Im Zweiten Weltkrieg fiel ganz Indonesien in die Hände der Japaner, die die Holländer als Besetzer ersetzten.

1945-1949 Nach der Kapitulation der Japaner erhoben die Holländer erneut Anspruch auf die Insel. Es folgten blutige Kämpfe zwischen balinesischen Widerstandskämpfern und Niederländern.

Seit 1949 wurde die Provinz Bali Teil Indonesiens.

1963 Ausbruch des Vulkans Gunung Agung; Dörfer wurden unter den Lavaströmen begraben, und Tausende von Menschen kamen ums Leben.

1964 Der Übergang zwischen der Herrschaft des Staatsgründers General Sukarno auf General Suharto wurde von einer furchtbaren Kommunistenhetzjagd begleitet. Auf Bali wurden 100.000 Menschen von ihren eigenen Landsleuten umgebracht.

1965 übernahm General Suharto die Macht, er wurde 1968 zum Staatspräsidenten gewählt.
 

Tourismus

Der Tourismus hat auf Bali vor etwa 80 Jahren begonnen. Nach der Schlächterei des Ersten Weltkriegs, auf dem Höhepunkt des weltweiten Imperialismus, sehnten sich viele Europäer danach, die exotische Welt außerhalb Europas kennenzulernen. Durch die in den Zwanziger- und Dreißigerjahren verfassten, übertriebenen Reiseberichte ist die Vorstellung von einem idealen Bali entstanden. Zur Geburt des Bali-Mythos schreibt Adrian Vickers in dem Buch Reise nach Bali (Unionsverlag Zürich, 2007, S. 61): "Aus der Perspektive des grauen, nachviktorianischen London oder des verwüsteten Europa der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gesehen und auch für das noch immer an seine puritanische Vergangenheit gebundene Amerika, das gerade in der großen Depression versank, versprach dieses sinnliche und exotische Bali Entzückungen, von denen man noch nie gehört hatte." Mit der Entwicklung des Flugverkehrs und der Fernreisen in den 70er und 80er Jahren begann der Tourismus auf Bali zu boomen. Trotzdem fasziniert Bali bis heute! Das brachte vielen Menschen Arbeit und Brot und führte zu einem gewissen Wohlstand.

In den vergangenen Jahren haben mehrere schlimme Ereignisse und Katastrophen für negative Schlagzeilen zu Indonesien in den Medien gesorgt, z. B. der verheerende Bombenanschlag auf die Diskotheken Paddy's und Sari-Club, mit dem islamistische Fundamentalisten (nicht von Bali!) am 12. Okt. 2002 206 meist junge Menschen in den Tod gerissen haben oder die Tsunami-Flutwelle vom 26. Dez. 2004 mit über 200.000 Toten. Die furchtbaren Ereignisse haben viele Touristen abgeschreckt und vorübergehend wegbleiben lassen; inzwischen sind die alten Zahlen von rund 2 Millionen Touristen jährlich wieder erreicht. 

Ehrlicherweise darf man aber auch nicht verschweigen, dass der Tourismus Bali nicht nur Vorteile beschert (hat). Rüdiger Siebert schreibt in seinem Buch Deutsche Spuren in Indonesien (siehe Literatur), Seite 191:
"Was Rendra, der ... javanische Lyriker ... 1977 in seinem Gedicht über Bali als warnende Voraussage formulierte, ist ja längst Gegenwart geworden:
'Und in Bali machen die einheimischen Hotels bankrott, zerquetscht von den package tours.
Die Volkskultur ist verunreinigt, platt gedrückt von den internationalen Handelsnormen.
Die Tänze sind keine Beschwörungen mehr, sondern nur noch Darbietungen zur Unterhaltung.
Bildhauerei und Schnitzerei sind nicht mehr Ausdruck der Seele, sondern nur noch Kunsthandwerk.
Das Leben wird von den Wünschen von Menschen beherrscht,
ohne dem Lauf der Natur Beachtung zu schenken.
Die Herrschaft des menschlichen Willens, die mit aller Kraft institutionalisiert ist, kümmert sich nicht um den Instinkt der Nieren, der Leber, der Galle, der Flüsse und der Wälder.
In Bali sind Strände, Berge, Betten und Tempel besudelt.'
(Nach der Übersetzung von Martina Heinschke).

Und von dem Multitalent Walter Spies schreibt Rüdiger Siebert im oben genannten Buch auf Seite 192:
"Im Oktober 1938 sind seine Beobachtungen zum in Schwung gekommenen Tourismus und dessen Folgen bereits von Enttäuschung und Abkehr geprägt: '... denn was so im allgemeinen an Touristen verkauft wird, ist solch ein Schund und Kitsch, und die ganze 'Kunscht' geht zum Teufel. ... Der Tourismus, der immer mehr zunimmt, hat ziemlich fatalen Einfluss darauf, denn es werden wahllos Tänze vorgeführt, gekürzt, modernisiert, dem Geschmack der Touristen angepasst, mit schlechten oder ganz korrumpierten Gamelans, und natürlich bemühen sich die Balinesen nicht, etwas Gutes zu leisten, wenn das Schlechte auch ebenso Anklang findet.'

 

Bali is killing itself!

Der Tourismus macht Bali platt!

Früher war das Strandleben in Seminyak direkt vor der Liegewiese des kirchlichen Tagungszentrums, "unseres" Hotels Dhyana Pura, ein Erlebnis. Schön konnten wir das Treiben einheimischer Familien oder junger Indonesier am Strand beim Fußballspielen oder Burgenbauen beobachten. Je mehr man am Strand nach rechts ging, desto häufiger gab es leere Abschnitte, an denen man ungestört an den auslaufenden Wellen entlangbummeln konnte. Ein wenig ist von diesem Stück Bali auch heute noch zu finden. Aber die Zahl der lästigen Strandverkäufer hat sich in den letzten Jahren weiter erhöht. Laute Discomusik mischt sich immer häufiger mit dem Brausen der Wellen und Zirpen der Grillen. Vor der Liegewiese "unseres" Hotels knattern von früh bis spät Motorräder. Zahlreiche Pavillons mit ausladenden Sitzgruppen bestimmen das Strandbild, besonders abends. Touristen, die schon morgens mit einer Bierflasche in der Hand durch die Gegend laufen, sind leider keine Seltenheit. Unmittelbar am Strand sind mehrstöckige, teure Hotels mit viel Glas  entstanden, wie sie überall auf der Welt zu finden sind und eher an Krankenhäuser erinnern. Mehrere Restaurants mit lauten Disco-Rhythmen säumen den Strand. Immer mehr business und immer weniger typisch Balinesisches in der Umgebung "unseres" Hotels! Nach Kuta und Legian ist der Trubel jetzt auch am Strand von Seminyak zeitweise nicht mehr auszuhalten!

Noch können wir auf unseren Tagestouren viel echtes Bali erleben, wenn die Freude auch durch den quirligen Verkehr und die unendlichen Staus zunehmen getrübt wird. Noch können wir auf "unserer" Liegewiese ungestört relaxen und den Surfern zuschauen, noch kann man an der Meereskante entlanglaufen und so manche Zeremonie am Strand beobachten, ... noch! Wie lange noch? Ich habe nicht den Eindruck, dass die politisch Verantwortlichen diese den Süden Balis ruinierende Entwicklung wahrnehmen und langfristig etwas dagegen unternehmen werden! Es könnte gut sein, dass sie diese unumkehrbaren Gefahren gar nicht sehen (wollen).

 

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Bali, Reisterrassen
Bali, Prozession bei Ulun Danu
Bali, Tampak Siring, Tirta Empul
Bali, Kinder auf einem Fest
Bali: Aldi, Viktor, Yohannes
Bali, Obstmarkt in Jimbaran
Bali, Denkmal zur Erinnerung an die 206 Terror-Opfer
Bali, "Katzen"-Schnitzer
Bali, Schnitzereien aus ganz Indonesien
Bali, Laden in Seminyak, Jl. Double Six
Bali, Strandverkäufer, Glasperlen
Bali, Verkaufsstände bei Tirta Empul
Strand in Seminyak "Es war einmal ..."
Voller Strand bei Seminyak
Strand von Seminyak, Pizza+Disco
Disco am Strand in Seminyak
Bauzaun am Strand in Seminyak
Am Strand vor dem Hotel Dhyana Pura
Abenddämmerung am Strand von Seminyak